Hambacher Gespräche 2026: Machtverschiebungen

Die Sprache der Macht lernen

05.05.2026

Die erste Veranstaltung der Hambacher Gespräche 2026, am 05. Mai 2026, widmete sich unter dem Titel „Die Sprache der Macht lernen“ den Szenarien für Europas Zukunft. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Europa seine Interessen behaupten und seine Rolle in der internationalen Ordnung neu definieren kann. Dabei wurde thematisiert, dass die Europäische Union in den vergangenen Jahren an Einfluss eingebüßt hatte und zugleich ihre militärischen Defizite deutlich sichtbar geworden waren. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass Europa sich weiterhin als globales Zentrum der liberalen Demokratie positioniere.

Angesichts geopolitischer Herausforderungen – vom russischen Angriffskrieg über die strategische Konkurrenz mit China bis hin zur wachsenden Unberechenbarkeit der USA – diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Europa zunehmend an strategischem Profil gewinne und beginne, seine wirtschaftliche Stärke gezielter einzusetzen. Auch erste Konturen einer gemeinsamen europäischen Verteidigung wurden thematisiert. Vor diesem Hintergrund stand insbesondere die Frage im Raum, ob Europa lernen müsse, „die Sprache der Machtpolitik“ zu sprechen. Diskutiert wurden Visionen und Strategien, die notwendig seien, um in der neuen Weltordnung souverän handeln zu können. Ebenso wurde erörtert, ob der aktuelle Moment genutzt werden könne, um Europa langfristig souveräner aufzustellen. 

Über diese und weitere Fragen diskutierten die Historikerin & Geschäftsführerin der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung, Dr. Jacqueline Boysen, und der ehemalige Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt (2013-2021), Michael Roth. Begrüßt wurden die Gäste des Hambacher Schlosses durch Dr. Kristian Buchna (Stiftung Hambacher Schloss). Die Podiumsdiskussion wurde von Dr. Tim Müller (Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz) moderiert.

Die Veranstaltung fand am 05. Mai 2026 um 19 Uhr im Rahmen der Hambacher Gespräche statt.