Hambacher Gespräche 2026: Machtverschiebungen
Macht ohne Mandat. Die globale Herrschaft der Tech-Konzerne
16.06.2026

Die zweite Veranstaltung der Hambacher Gespräche 2026, am 16. Juni 2026, widmete sich unter dem Titel „Macht ohne Mandat. Die globale Herrschaft der Tech-Konzerne“ der Frage, ob Technologie und Geld inzwischen zu den entscheidenden Machtquellen geworden sind.
Die Machtfrage hat sich im digitalen 21. Jahrhundert grundlegend verschoben. Betriebssysteme, Plattformen und künstliche Intelligenzen haben Tech-Unternehmer unermesslich reich gemacht. Mit ihren Technologien halten sie zudem mächtige Instrumente in der Hand, um politische Stimmungen zu beeinflussen und Abhängigkeiten zu schaffen. Silicon-Valley-Magnaten wie Elon Musk oder Peter Thiel erlangen Zugang zu höchsten Regierungsebenen und erschüttern staatliche Verfassungsordnungen. Sie nutzen ihre Macht aus Dollars und Daten, um ein libertäres Weltbild zu propagieren, das zentrale Prinzipien der demokratischen Ordnung infrage stellt.
Sind Technologie und Geld inzwischen die entscheidenden Machtquellen? Welche neuen Formen von Einfluss entstehen durch Daten, Plattformen und KI? Wie reagieren demokratische Institutionen auf global agierende Tech-Konzerne — und wo stoßen sie an Grenzen? Welche Handlungsmacht haben Bürgerinnen und Bürger, um diese Entwicklungen mitzugestalten oder ihnen entgegenzuwirken?
Über diese und weitere Fragen diskutierten die Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Digitalexpertin für die Europäische Fraktion der Grünen, Alexandra Geese und der Publizist und Medienwissenschaftler apl. Prof. Dr. Martin Andree.
Begrüßt wurden die Gäste des Hambacher Schlosses durch Dr. Kristian Buchna (Stiftung Hambacher Schloss). Die Podiumsdiskussion wurde von Prof. Dr. Manuela Glaab (Politikwissenschaft an der RPTU Kaiserslautern-Landau) moderiert.
Die Hambacher Gespräche sind eine Veranstaltungsreihe der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, des Frank-Loeb-Instituts an der RPTU Kaiserslautern-Landau und der Stiftung Hambacher Schloss.
Die Sprache der Macht lernen
05.05.2026
Die erste Veranstaltung der Hambacher Gespräche 2026, am 05. Mai 2026, widmete sich unter dem Titel „Die Sprache der Macht lernen“ den Szenarien für Europas Zukunft. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Europa seine Interessen behaupten und seine Rolle in der internationalen Ordnung neu definieren kann. Dabei wurde thematisiert, dass die Europäische Union in den vergangenen Jahren an Einfluss eingebüßt hatte und zugleich ihre militärischen Defizite deutlich sichtbar geworden waren. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass Europa sich weiterhin als globales Zentrum der liberalen Demokratie positioniere.
Angesichts geopolitischer Herausforderungen – vom russischen Angriffskrieg über die strategische Konkurrenz mit China bis hin zur wachsenden Unberechenbarkeit der USA – diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Europa zunehmend an strategischem Profil gewinne und beginne, seine wirtschaftliche Stärke gezielter einzusetzen. Auch erste Konturen einer gemeinsamen europäischen Verteidigung wurden thematisiert. Vor diesem Hintergrund stand insbesondere die Frage im Raum, ob Europa lernen müsse, „die Sprache der Machtpolitik“ zu sprechen. Diskutiert wurden Visionen und Strategien, die notwendig seien, um in der neuen Weltordnung souverän handeln zu können. Ebenso wurde erörtert, ob der aktuelle Moment genutzt werden könne, um Europa langfristig souveräner aufzustellen.
Über diese und weitere Fragen diskutierten die Historikerin & Geschäftsführerin der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung, Dr. Jacqueline Boysen, und der ehemalige Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt (2013-2021), Michael Roth. Begrüßt wurden die Gäste des Hambacher Schlosses durch Dr. Kristian Buchna (Stiftung Hambacher Schloss). Die Podiumsdiskussion wurde von Dr. Tim Müller (Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz) moderiert.
Die Veranstaltung fand am 05. Mai 2026 um 19 Uhr im Rahmen der Hambacher Gespräche statt.
