Ringvorlesung: Demokratie: Geschichte. Gegenwart! ...

Die RPTU lebt Demokratie: Wir erforschen politische und gesellschaftliche Zusammenhänge, wir erarbeiten Planungen für den öffentlichen Raum, wir entwickeln Zukunftstechnologien und verständigen uns über deren Auswirkungen auf unser Zusammenleben.
Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern aus Landau und Kaiserslautern nehmen wir teil am demokratischen Leben in den beiden Städten und der Region. Als gesamte Universität, als Forschende, als Universitätsbeschäftigte oder als Studierende bringen wir uns mit unseren Perspektiven in den demokratischen Diskurs ein – und profitieren gleichzeitig von den Perspektiven unserer Nachbarn aus der Gesellschaft.
Die Veranstaltungsreihe bietet einen Einblick, auf welch vielfältige Weise Menschen an der RPTU zu Fragen der Demokratie forschen und demokratierelevantes Wissen erzeugen. Zudem öffnet sie einen Raum zum Nachdenken darüber, wie wir alle den aktuellen Herausforderungen und Bedrohungen der Demokratie begegnen können.
Im Wechsel zwischen den Universitätsstandorten Kaiserslautern und Landau soll an den Veranstaltungsabenden ein intensiver Austausch zwischen der Universität und der Gesellschaft gelingen:
Sind die Gedanken noch frei? - Forschung zwischen Wissenschaftsfreiheit und politischer Einflussnahme (13.11.25)
Weltweit geraten Forschende auch in Demokratien zunehmend unter Druck. Durch finanzielle Kürzungen schwinden die Freiräume für Forschung. Gleichzeitig wird die Objektivität wissenschaftlicher Forschung vielfach angezweifelt, Forschende werden offen angefeindet und ganze Forschungsfelder zum Feindbild erklärt. Donald Trumps Kampf gegen die amerikanischen Universitäten ist ein besonders drastisches Beispiel für diese Entwicklungen. Doch auch in Deutschland müssen sich Menschen in der Wissenschaft mit Angriffen auseinandersetzen. Hegte eine übergroße Mehrheit insbesondere zu Beginn der Corona-Pandemie noch ein großes Vertrauen in die Wissenschaft, änderte sich dies in Teilen der Bevölkerung schnell. Forschung, die nicht ins eigene Weltbild passt, wird heute oft politisiert und bekämpft.
Was sind die Ursachen für solche Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit? Wie können sich die Universitäten gegen diese Entwicklungen verteidigen, ohne selbst zum politischen Akteur zu werden? Muss sich die Universität selbst wandeln, um neue Freiräume für Forschung zu schaffen?
Prof. Dr. Malte Drescher ist Präsident der RPTU Kaiserslautern-Landau.
Dr. Lars Lott ist Politikwissenschaftler an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Mitautor des Academic Freedom Index.
Sven Werkmeister ist Direktor der Strategieabteilung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.
Diese Veranstaltung ist Teil der RPTU-weiten Ringvorlesung "Geschichte. Gegenwart! Zukunft? Eine Reihe zum Mitdenken". Diese Veranstaltungsreihe wird organisiert vom Frank-Loeb-Institut, der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz und CampusKultur.
Diskursstörungen! - Politische Kultur und Kommunikation (18.11.25)
Menschen gehen aufeinander zu und diskutieren über ihre politischen Ansichten – so sollte eine lebendige demokratische Debattenkultur eigentlich aussehen. Doch vielfach erleben wir, dass der politische Diskurs in Deutschland gestört ist: Der Ton in Diskussionen wird rauer, die Kompromissfähigkeit sinkt und Menschen werden unzugänglich für die Argumente anderer.
Politikwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Maier untersucht, wie stark die ideologischen Spaltungen in Deutschland sind. In seinem Vortrag „Wie groß ist der Riss, der durch Deutschland geht? Ideologische und affektive Polarisierung in Politik und Gesellschaft“ analysiert er die Schärfe der Abneigung, die Menschen gegenüber dem politischen Gegner empfinden. Dabei schaut er sowohl auf die deutsche Wählerschaft als auch in die Parlamente.
Psychologe Prof. Dr. Stephan Winter beschäftigt sich anschließend mit dem Phänomen der Verschwörungstheorien. Unter dem Titel „Im Netz der Verschwörung: Soziale Medien, Verschwörungstheorien und politische Implikationen“ schaut er auf die Rolle sozialer Medien für die Verbreitung und Verstärkung von Verschwörungsglauben.
Jürgen Maier ist Professor für Politische Kommunikation an der RPTU in Landau.
Stephan Winter ist Professor für Medienpsychologie an der RPTU in Landau.
Diese Veranstaltung ist Teil der RPTU-weiten Ringvorlesung "Geschichte. Gegenwart! Zukunft? Eine Reihe zum Mitdenken". Diese Veranstaltungsreihe wird organisiert vom Frank-Loeb-Institut, der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz und CampusKultur.
Schatten der Vergangenheit - Erinnerungspolitik in der Krise? (27.11.2025)
„Nie wieder!“ Diese Forderung ist zum Grundpfeiler deutscher Politik geworden. Nie wieder soll ein Krieg von Deutschland ausgehen, nie wieder ein Völkermord, nie wieder soll eine Diktatur herrschen – diese Überzeugungen prägen die deutsche Demokratie seit Jahrzehnten. Daneben erhält die positive Erinnerung an Momente und Orte der deutschen Demokratiegeschichte zunehmend Raum im politischen Diskurs.
Trotz dieses demokratischen Konsenses war und ist die Geschichts- und Erinnerungspolitik immer auch ein umkämpftes Feld. Politische Extremisten versuchen, die Geschichte in ihrem Sinne umzuschreiben. Hitler soll angeblich links gewesen sein oder der Holocaust nur eine unbedeutende Episode einer ansonsten glorreichen Geschichte. Auf solchen Scheinargumenten basiert ein alternatives, anti-demokratisches Gedenken.
Wie kann sich eine demokratische Erinnerungspolitik gegen solche Verfälschungen zur Wehr setzen? Vor welchen Herausforderungen stehen die Gedenkarbeit und insbesondere das Holocaust-Gedenken heute? Wie lässt sich eine demokratische Erinnerungspolitik im Schul- und Hochschulkontext vermitteln und welche spezifischen Probleme zeigen sich hier?
Apl. Prof. Dr. Tobias Freimüller ist stellvertretender Direktor des Fritz-Bauer-Instituts Frankfurt.
Prof. Dr. Matthias Bahr ist Professor für Religionspädagogik und Leiter des Projekts Menschenrechtsbildung an der RPTU in Landau.
Diese Veranstaltung ist Teil der RPTU-weiten Ringvorlesung "Geschichte. Gegenwart! Zukunft? Eine Reihe zum Mitdenken". Diese Veranstaltungsreihe wird organisiert vom Frank-Loeb-Institut, der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz und CampusKultur.
Unternehmertum als Motor für die Demokratie - Wille zur Veränderung: Von der Gründung bis zum Wandel im etablierten Unternehmen (01.12.2025)
Demokratie lebt von Teilhabe – und Teilhabe braucht Räume, in denen Menschen selbstwirksam handeln, gestalten und ihre Ideen einbringen können. Neben klassischen Bildungsinstitutionen leisten auch unternehmerische Initiativen einen wichtigen Beitrag. Sie zeigen, dass die Bereitschaft, etwas zu unternehmen, um etwas zu verändern, der entscheidende Motor für die Weiterentwicklung unserer Demokratie sein kann. Dies gilt sowohl für die Gründung neuer Initiativen als auch für das Engagement innerhalb bestehender Organisationen.
Was genau unterscheidet Social Entrepreneurs von klassischen Unternehmern? Und wie gelingt es, mit unternehmerischen Mitteln politische Bildung zu fördern und demokratische Werte praktisch erfahrbar zu machen?
Nach einer kurzen Einordnung von Social Entrepreneurship und einem Überblick über den Sektor tauchte die Session in eine Diskussion ein, die zwei Perspektiven beleuchtete:
Die Perspektive der Neugründung: Wir hörten von Social Entrepreneurs aus der Region, die mit ihren neuen Initiativen gesellschaftliche Probleme lösen und soziale Wirkung erzielen.
Die Perspektive der Veränderung von innen: Wir nahmen die wissenschaftliche Sichtweise auf Themen wie Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship mit in den Mix. Wir diskutierten, wie auch in etablierten Unternehmen oder Institutionen wie Universitäten und Verwaltungen durch das Wirken von Social Change Agents eine nachhaltige Transformation angestoßen werden kann.
Gemeinsam diskutierten wir unternehmerische Ideen für eine lebendige, zukunftsfähige Demokratie und zeigten auf, wie jeder Einzelne – egal ob Gründerin, Angestellter oder Bürgerin – etwas unternehmen kann.
Bernhard Lorig ist Gründungscoach beim Gründungsbüro RPTU & HS Kaiserslautern.
Dr. Johanna Rothmann ist Vorsitzende des Social Innovation Centers und Sprecherin der Regionalgruppe des Social Entrepreneurship Netzwerkes Deutschland e.V.
Pauline Wittkowsky ist Social Entrepreneurin der incalor UG
Adina Krauß ist Entrepreneurin und Mitarbeiterin im Wertzeug e.V. – Verein für Demokratiebildung.
Prof. Dr. Katharina Spraul ist Lehrstuhlinhaberin des Lehrstuhls für BWL, insb. Sustainability Management der RPTU Kaiserslautern-Landau.
Dr. Cynthia Loos ist Habilitandin am Lehrstuhl für BWL, insb. Sustainability Management der RPTU Kaiserslautern-Landau.
Diese Veranstaltung ist Teil der RPTU-weiten Ringvorlesung "Geschichte. Gegenwart! Zukunft? Eine Reihe zum Mitdenken". Diese Veranstaltungsreihe wird organisiert vom Frank-Loeb-Institut, der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz und CampusKultur.
Demokratie bauen - Wie gestaltet man demokratisches Zusammenleben? (11.12.2025)
Demokratie findet nicht nur in unseren Köpfen statt, sondern auch in unserer physischen Umgebung. Welche Möglichkeiten gibt es, Demokratie durch die Gestaltung unserer Städte zu befördern? Welche Faktoren der öffentlichen Infrastruktur wie Schulen, Nahversorgung und Gemeinschaftsräume spielen eine konkrete Rolle im Alltag der Menschen, um das Miteinander zu unterstützen? Welche Faktoren wie der Klimawandel, die Erhitzung der Städte, grüne Erholungsflächen und eine saubere Umwelt sind langfristig mitzudenken? Und welche Chancen bietet die Digitalisierung?
Prof. Dr. Florence Metz ist Professorin für Policy Analysis and Political Economy an der RPTU. Ihre Forschung ist in den theoretischen Debatten der Public-Policy-Forschung verankert.
Prof. Dr. Annette Spellerberg ist Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie an der RPTU. Sie forscht u. a. zu Wohnen, Nachbarschaft, Ortsbindung, zu Digitalisierung und Raumentwicklung und sozialräumlichen Ungleichheiten.
Prof. Dr. Sascha Henninger ist Leiter der Arbeitsgruppe „Angewandte Stadt-klimatologie“ im Fachbereich Raum- und Umweltplanung der RPTU. Schwerpunkt seiner Forschung sind Stadtklimatologie und Siedlungsökologie.
Diese Veranstaltung ist Teil der RPTU-weiten Ringvorlesung "Geschichte. Gegenwart! Zukunft? Eine Reihe zum Mitdenken". Diese Veranstaltungsreihe wird organisiert vom Frank-Loeb-Institut, der Offenen Digitalisierungsallianz Pfalz und CampusKultur.