Alumni-Portrait: Juliana Römer

Leidenschaft gefunden - Realität erkannt

Wie so viele Studierende wusste ich am Anfang nicht genau, wohin mein Weg führen sollte. Klar war mir nur: Ich hatte eine große Affinität zu Politikwissenschaften – aber ich wusste nicht, was ich damit beruflich machen sollte. Der Studiengang Sozialwissenschaften in Landau war für mich genau deshalb die richtige Wahl: Ich hatte die Möglichkeit, auch andere Bereiche wie Wirtschaftswissenschaft und Soziologie zu entdecken und meine Interessen zu erweitern.
Schnell bemerkte ich, dass politische Kommunikation mein Herzensthema ist – und dies wurde auch mein Schwerpunkt. Während meines Bachelorstudiums absolvierte ich ein Praktikum im Deutschen Bundestag bei einem Abgeordneten, weil mich der Bereich der wissenschaftlichen Mitarbeitenden faszinierte. Doch ich erlebte dort hautnah, welchen enormen zeitlichen Aufwand es bedeutet, stets so informiert zu sein, dass fundierte Entscheidungen möglich sind – eine Art Lebensaufgabe, die kaum Raum für ein Privatleben lässt. Mir wurde klar: Das ist nicht der Weg, den ich gehen möchte. Politikwissenschaft wird immer ein Thema bleiben, für das ich brenne – aber es würde nicht meine berufliche Zukunft sein.

Zwischen Zukunftsängsten & Zielen

Mein Studienweg verlief alles andere als linear – es gab Höhen und Tiefen – und ich habe meine Bachelorarbeit lange hinausgezögert, weil ich großen Respekt davor hatte. Ich war nicht sonderlich gut in Prüfungssituationen und darin zu verstehen, was in einzelnen Fragen genau von mir verlangt wird, weshalb mein Schnitt nicht der beste war. Ich hatte aber das Ziel vor Augen, meinen Masterstudiengang ebenfalls in Landau zu machen, und wusste, dass die Note meiner Bachelorarbeit am Ende ausschlaggebend dafür sein würde, ob ich mir dieses Ziel erfüllen kann. Ich entschied mich, meine Bachelorarbeit im Bereich Politikwissenschaft zu schreiben. Dies war eine besonders herausfordernde Zeit, in der auch viele Zukunftsängste auf mich einwirkten. Am Ende ging aber alles gut und ich konnte mich meinem Masterstudium Sozial- und Kommunikationswissenschaften in Landau widmen. Dort entschied ich mich für den Schwerpunkt Organisationskommunikation. Lange dachte ich, es könnte keinen Job geben, in dem ich meine Talente und Interessen wirklich zusammenbringen kann.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Verschiedene Ereignisse in meinem Leben führten dazu, dass ich mein Masterpraktikum später starten konnte als ursprünglich geplant. Doch genau dieser Umstand führte dazu, dass zu jenem Zeitpunkt ein Praktikum im lokalen Marketing bei IKEA Karlsruhe ausgeschrieben war – zur Neueröffnung des letzten großen Stores in Deutschland, mitten in der Coronazeit. Ich war damals sehr dankbar für mein Praktikum und konnte live miterleben, wie ein großes Unternehmen neue Wege findet, seine Kund:innen zu erreichen. Ich konnte dort vieles umsetzen, was ich im Studium gelernt hatte. Nach kürzester Zeit bemerkte ich, dass die Werte, für die IKEA steht und nach denen das Unternehmen agiert, meinen eigenen Werten entsprechen – und ich mich deshalb sehr schnell eng mit dem Unternehmen verbunden fühlte. Nach dem Praktikum durfte ich bei IKEA auch meine Masterarbeit schreiben, in der ich untersuchte, inwiefern ein externes PR-Event einen Einfluss auf die Einstellung der Mitarbeitenden hat. Ich hatte das große Glück, dass anschließend eine Stelle frei wurde und ich meinen Weg als Mitarbeiterin bei IKEA Karlsruhe fortsetzen konnte. Nach zwei Jahren als Mitarbeiterin entwickelte ich mich zur Teamleiterin weiter und darf nun den Bereich Lokales Marketing als Local Community and Engagement Leader leiten.
Von Kundenworkshops über Presseanfragen bis hin zu eigenen kreativen Projekten – hier kann ich nicht nur Erlerntes umsetzen, sondern vor allem auch meine eigenen Ideen einbringen und wirklich etwas bewegen.

Jeder Umweg bringt eine neue Aussicht

Ein Studium muss nicht immer linear verlaufen, und ich bin heute ganz sicher, dass alles, was in unserem Leben passiert, aus einem Grund passiert – der uns am Ende zu etwas Gutem führt. Vielleicht sogar der Drittversuch in VWL Makroökonomie, für den ich einfach schon beim ersten Mal hätte besser lernen können. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich mich damals für die Sozialwissenschaften in Landau entschieden habe. Der Studiengang hat mich auf einen Weg geführt, den ich heute mit ganzer Überzeugung gehe – ganz im Sinne von IKEA-Gründer Ingvar Kamprad: „Den vielen Menschen einen besseren Alltag schaffen."