Alumni-Portrait: Kira Wolf

Aus zwei Universitäten wird eine

Von 2013 bis 2017 absolvierte ich den Bachelor in Sozialwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau und im Anschluss den Master in Integrativer Sozialwissenschaft an der Technischen Universität Kaiserslautern. Heute haben die beiden Universitäten fusioniert und ich bin Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Politikwissenschaft und Doktorandin an der RPTU. 

Vielfalt als Chance - und als Herausforderung

Das Besondere am Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften - und der ausschlaggebende Grund für meine Studienwahl - war die inhaltliche Vielfalt. Er bot mir die Möglichkeit, mir nicht schon vor dem Studium klarwerden zu müssen, ob ich Wirtschaftswissenschaften, Soziologie oder Politikwissenschaften studieren wollte. Stattdessen hatte ich die Chance, verschiedene Disziplinen kennenzulernen und meine Schwerpunkte im Verlauf des Studiums zu setzen. Das gab mir auch die Freiheit, ein Auslandssemester in Indonesien selbst zu organisieren, mich mit der Wirtschaft Süd-Ost-Asiens zu beschäftigen, und dort belegte Veranstaltungen anerkannt zu bekommen. 
Während die vielfältigen Möglichkeiten des Studiengangs einen riesigen Gewinn für mich darstellten, da der eigene Weg nie vorgezeichnet war, stellten sie zugleich eine Herausforderung dar: zu entscheiden, wohin ich mich eigentlich entwickeln möchte. Die Qual der Wahl führte jedoch zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen und Zielen, von der ich nachhaltig profitiert habe. Auch für das Pflichtpraktikum standen uns SoWis viele Türen offen. Mein Pflichtpraktikum absolvierte ich nach langen Überlegungen in der Forschungsabteilung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg und legte damit vielleicht schon den Grundstein, für meine jetzige Beschäftigung in Forschung und Lehre.

Feministische Perspektiven im Fokus

Das breit gefächerte Studium in Landau und Kaiserlautern bot mir die Möglichkeit, meine persönlichen Interessen fachlich weiterzuentwickeln. Ich interessiere mich schon lange für Gleichstellung und Feminismus und fand es sehr bereichernd, diese Themen in verschiedene Fächer einbringen zu können, etwa durch Arbeiten zur Wirkung des Kapitalismus auf die Geschlechtergerechtigkeit und zur politischen Regulierung von Prostitution im internationalen Vergleich. Dieses Interesse öffnete mir bereits parallel zum Masterstudium die Türen für meinen ersten Job als Gleichstellungsbeauftragte für eine Stadt und eine Verbandsgemeinde. Diese Kombination aus Gleichstellungsarbeit und Studium war für mich zum Ende meiner Studienzeit die perfekte Mischung. Rückblickend war es fast absehbar, dass mir der universitäre Betrieb und das stetige Dazulernen fehlen würden, als ich nach dem Studium in Vollzeit in der Stadt- und Verbandsgemeindeverwaltung arbeitete. Nach einem Jahr entschied ich, als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an die Uni „zurückzukehren“. Inzwischen waren die beiden Unis, an denen ich studiert hatte, fusioniert und ich freute mich sehr darüber, eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitseinheit Politisches System der Bundesrepublik Deutschland an der neuen RPTU in Landau zu bekommen. Mein Interesse für Gleichstellungsthemen blieb mir erhalten: In meinem Dissertationsvorhaben beschäftige ich mich mit der Repräsentation von Frauen im Deutschen Bundestag. 

Über den Tellerrand hinaus

Rückblickend habe ich sehr von dem breit gefächerten Studium profitiert, da es mir die Möglichkeit bot, einen Schwerpunkt auf die Politikwissenschaft zu setzen, eigene Interessen auszubilden und diese zugleich mit anderen sozialwissenschaftlichen Disziplinen zu verknüpfen. Der Blick über den eigenen Tellerrand war gewissermaßen in den Studienverlauf integriert.
Ich denke nicht nur gerne an das Studium zurück, sondern auch an alles drum herum, an meine WGs, den Unisport, Uni-Feten und den Austausch mit Studierenden anderer Fächer. Ich kann allen Studierenden nur empfehlen, ihren Horizont zu erweitern und neue Perspektiven zu gewinnen. Der Studiengang Sozial- und Kommunikationswissenschaften bietet dafür inhaltlich die perfekte Grundlage. Ergänzt durch Erfahrungen aus Praktika, Nebenjobs, Auslandsaufenthalten und durch den Austausch mit Kommiliton:innen werdet ihr viel für euch mitnehmen und später gerne auf eure Studienzeit zurückblicken.