Alumni-Portrait: Sarah Ochs

Kein Sprung ins kalte Wasser

Mein Weg nach dem Abschluss am Campus Landau war zunächst überraschend geradlinig. Durch meine freiberuflichen Tätigkeiten und meine Zeit bei United Internet Media hatte ich schon während des Studiums Fuß in der Praxis gefasst. Der Einstieg ins Berufsleben fühlte sich daher weniger wie ein Sprung ins Ungewisse an, sondern eher wie ein nahtloser Übergang.

Kommunikation in Krisenzeiten

Ich startete in der Kommunikation – ein Feld, das mich viele Jahre begleitet hat: von der klassischen Pressearbeit bis hin zur strategischen Kommunikation auf Vorstandsebene und in Krisensituationen. Besonders die Corona-Zeit hat mich geprägt: Über zwei Jahre hinweg war ich als Sprecherin im Krisenstab stark im Fokus des Unternehmens. Eine intensive Zeit, die mir viel abverlangt, mich aber auch enorm weitergebracht hat. Gleichzeitig wurde mir in dieser Phase klar, dass ich mich langfristig noch einmal neu orientieren möchte.

Neustart mit Mut & Master

Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt für meinen nächsten Schritt: ein MBA, um meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse zu vertiefen – etwas, das im SoKo-Studium nur am Rande vorkam. Mit Abschluss des MBA habe ich 2023 dann bewusst den Sprung gewagt und bin in eine völlig neue Rolle gewechselt: weg von der Kommunikation, hin zur disziplinarischen Führung als People Lead. Heute verantworte ich rund 45 Mitarbeitende.
Was mich an meiner heutigen Tätigkeit begeistert, ist die Arbeit mit Menschen. Ich habe das Privileg, viele talentierte Persönlichkeiten zu begleiten, sie zu fördern und auch zu fordern. Mir ist wichtig, Klarheit zu schaffen und Verantwortung einzufordern – denn nichts ist für ein Team belastender als unausgesprochene Erwartungen oder fehlende Verbindlichkeit. Gleichzeitig treibt mich an, andere in ihrer Entwicklung zu unterstützen und besser zu machen. Ich war schon immer jemand, die sowohl Herz als auch Klarheit vereint – und genau das lebe ich heute in meiner Führungsrolle. Und natürlich: Kommunikation ist auch in diesem Job erfolgskritisch. 

Campus Landau: Wo Nähe Türen öffnet

Wenn ich an meine Studienzeit in Landau zurückdenke, kommen mir vor allem die kleinen Kurse, die Nähe zu den Professor*innen und die familiäre Atmosphäre in den Sinn. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich von Prof. Dr. Jürgen Meier persönlich angesprochen wurde, ob ich nicht als studentische Hilfskraft für ihn arbeiten möchte – ein Moment, der mir gezeigt hat, wie gesehen man sich in Landau fühlen kann. Diese Nähe hat viele Türen geöffnet und individuelle Entwicklung wirklich ermöglicht.

Späte Liebe zu Methoden

Inhaltlich haben mich vor allem die Methodenvorlesungen und -seminare geprägt – auch wenn ich das damals nicht so gesehen habe. Ich habe oft gehadert, vieles erschien mir abstrakt und schwer greifbar. Heute weiß ich: Genau diese Inhalte sind unglaublich wertvoll. Sie helfen mir, Zahlen kritisch zu hinterfragen, Zusammenhänge zu verstehen oder Ursache von Wirkung zu unterscheiden – Fähigkeiten, die mich bis heute beruflich und privat begleiten.
Was das sozial- und kommunikationswissenschaftliche Studium für mich besonders gemacht hat, war vor allem seine Interdisziplinarität. Ich habe gelernt, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, kritisch zu denken und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Gleichzeitig habe ich ganz konkrete fachliche Kompetenzen aufgebaut – insbesondere im Bereich Kommunikation. Diese Kombination aus überfachlichen und fachlichen Fähigkeiten war für meinen weiteren Weg entscheidend.
Rückblickend war Landau für mich mehr als ein Studienort. Es war ein Raum, in dem ich mich ausprobieren konnte, gefördert wurde und gelernt habe, wie wichtig es ist, Dinge zu hinterfragen – und sich selbst auch.