Alumni-Portrait: Pascal Merz
Vom Wirtschaftsinformatiker zum Doktoranden
Wenn ich heute als Doktorand durch die Flure der Uni laufe, hätte ich mir das vor zehn Jahren selbst kaum ausgemalt. Damals steckte ich mitten in einem dualen Bachelor in Wirtschaftsinformatik, den ich in Stuttgart gemacht habe. Doch schon früh merkte ich: Das konnte thematisch noch nicht „alles" gewesen sein. Die großen sozialwissenschaftlichen Fragen trieben mich mehr um als Datenbanken und Geschäftsprozesse.
Der Bachelor Sozial- und Kommunikationswissenschaften in Landau war für mich dann genau die richtige Entscheidung: kaum ein anderer Studiengang verbindet so viele Perspektiven – Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Kommunikation – unter einem Dach. Genau diese Breite hat mir erlaubt, nach und nach mein eigenes Profil zu finden, statt mich früh festlegen zu müssen.
Zurück in die Pfalz - ein Studium der kurzen Wege
Dass es Landau wurde, hatte auch einen sehr pragmatischen Grund: Ich komme aus der Pfalz, es ging also zurück in die Heimat. Und als zeitgleich zu meinem Studienbeginn 2016 ein WG-Zimmer bei meinem besten Freund frei wurde, war die Sache endgültig besiegelt.
Wenn ich heute an meine Studienzeit zurückdenke, sind es vor allem die kurzen Wege, die mir in Erinnerung bleiben – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Auf dem Weg zur Uni blieb man gefühlt zehn Mal stehen, um mit Bekannten und Freund:innen zu quatschen. Und wenn der Kopf nach einem langen Seminartag rauchte, waren die Weinberge und der Pfälzerwald nie weit. Genau diese Mischung aus kurzen Wegen, vertrauten Gesichtern und Natur direkt vor der Haustür macht Landau als Studienort für mich bis heute unschlagbar.
Raum für (fachliche) Interessen
Fachlich hat mich besonders die Masterprofillinie „Politische Kommunikation" geprägt. Sie hat nicht nur mein Interesse an der Schnittstelle von Politik, Medien und Psychologie geschärft, sondern auch direkt den Weg zu meinem heutigen Forschungsthema geebnet: In meiner Promotion beschäftige ich mich mit politischen Influencer:innen. Schon während des Studiums habe ich als Hiwi in verschiedenen Bereichen der Uni gearbeitet, unter anderem in der Abteilung Politische Psychologie – genau dort, wo ich nach meinem Masterabschluss 2021 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand eingestiegen bin. Heute stehe ich kurz vor dem Abschluss meiner Dissertation und würde der Uni gerne auch darüber hinaus erhalten bleiben.
Lernen, vernetzen, wachsen
Rückblickend würde ich sagen: SoKo hat meinen Horizont spürbar erweitert. Man bekommt Perspektiven aus ganz verschiedenen Disziplinen mit und lernt, Dinge nicht nur aus einem Blickwinkel zu betrachten – eine Fähigkeit, von der ich bis heute in Forschung und Alltag profitiere.
Was ich aktuellen und zukünftigen Studierenden mitgeben möchte: Bleibt neugierig. Entwickelt eure eigenen Schwerpunkte, auch wenn sie zunächst vielleicht nicht ins Schema passen. Vernetzt euch – mit Kommiliton:innen genauso wie mit Dozierenden. Und scheut euch nicht, Lehrende direkt anzusprechen: Aus genau solchen Gesprächen sind bei mir Hiwi-Stellen, Forschungsinteressen und am Ende sogar eine Promotion entstanden. Die Chancen sind da – man muss sie nur ergreifen.
