Alumni-Portrait: Pascal Rickenbrock
Mein Weg nach dem Abschluss & meine heutige Tätigkeit
Auf den ersten Blick scheinen Sozialwissenschaften und Künstliche Intelligenz zwei völlig verschiedene Welten zu sein. Für mich war der Übergang jedoch eine logische Entwicklung, die auf meinen methodischen Stärken beruht. Besonders die Methoden der quantitativen empirischen Sozialforschung, die ich in Landau gelernt habe, erwiesen sich für mich als das perfekte Sprungbrett: Hier habe ich mir essenzielle Statistikkenntnisse aufgebaut, die ich anschließend in meinem Master an der Universität Siegen (Fokus: Statistik, Medienmanagement und Marketing) gezielt weiter vertiefen konnte. Dieses methodische Fundament ermöglichte es mir, mich früh und tief in das Thema Machine Learning einzuarbeiten. Nach Stationen in der Marktforschung – unter anderem bei der Mainova AG – und dem Berufseinstieg 2015 als Research Analyst bei NetFederation, schaffte ich 2018 den Sprung als Data Scientist zur OBI Group Holding. Dort durfte ich mich über die Jahre bis hin zu meiner heutigen Position als Lead AI Consultant weiterentwickeln.
Was das Studium für mich besonders gemacht hat und mir heute noch hilft
Während ich in meiner Zeit als Data Scientist noch viel selbst im Bereich Machine Learning programmiert habe, verantworte und leite ich heute als AI Consultant große KI-Projekte. Dabei hilft mir mein sozialwissenschaftliches Studium, denn es schlägt die Brücke zwischen zwei Welten: Einerseits ermöglicht mir das fundierte Wissen aus der quantitativen Sozialforschung, technische Prozesse, Datenmodelle und Analysen kritisch zu bewerten und zu steuern. Andererseits ist das Verständnis für soziale Wirkmechanismen zentraler denn je. Bei der Einführung von KI im Unternehmen geht es immer auch um den Menschen: Wie werden neue Technologien adaptiert? Welche Dynamiken entstehen durch datengetriebene Prozesse? Dieses Fundament ist in meinem heutigen Projektalltag ein Vorteil.
Meine Erinnerungen an Landau
Wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke, schätze ich vor allem die familiäre Atmosphäre in Landau. Es gab keine anonymen Massenveranstaltungen, sondern eine sehr enge und persönliche Betreuung durch die Professorinnen, Professoren und Dozierenden. Zudem war das Studium wunderbar interdisziplinär aufgebaut, was früh dabei geholfen hat, über den Tellerrand des eigenen Fachbereichs hinauszuschauen.
Mein Rat an aktuelle und zukünftige Studierende
Praxiserfahrung ist absolut goldwert! Nutzt Praktika, um herauszufinden, wofür ihr brennt und wie ihr euer theoretisches Wissen anwenden könnt. Ein weiterer wichtiger Punkt: Seht das Studium als hervorragendes Fundament, auf dem ihr aufbauen könnt. Ergänzt dieses Wissen proaktiv durch die unzähligen Möglichkeiten zur Weiterbildung, die es heute gibt, um in unserer dynamischen Arbeitswelt am Ball zu bleiben. Und mein wichtigster Rat: Schaut immer nach links und rechts. Ein sozialwissenschaftliches Studium bereitet euch nicht auf einen einzigen, vordefinierten Beruf vor. Es gibt euch vielmehr einen universellen Werkzeugkasten an die Hand, mit dem ihr in den unterschiedlichsten, zukunftsgewandten Branchen – wie beispielsweise der IT und KI – euren ganz eigenen Weg gehen könnt.
